Basenfasten: Entschlackungskur mit System

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Basenfasten ist eine besondere Form des Heilfastens und dient als kurzfristige Entschlackungskur zum Entgiften des Körpers. Obwohl Fastenkuren zum Abnehmen unter Ernährungswissenschaftlern umstritten sind wurde die Basenfasten Methode in den letzten Jahren immer bekannter und beliebter. Wir erklären, wie Basenfasten funktioniert und klären auf ob man damit wirklich erfolgreich abnehmen kann.

Abnehmen mit Basenfasten

Basenfasten ist eine relativ junge Fastenmethode, die die Heilpraktikerin Sabine Wacker vor etwa 18 Jahren entwickelt hat. Nachdem sie die Methode überarbeitete hat das Basenfasten seit einigen Jahren die Anerkennung von Fachleuten gefunden und kann neben altbewährten Fastenkuren wie Heilfasten oder Saftfasten bestehen.

Über Sabine Wacker
Sabine Wacker ist in ihrer eigenen Praxis als Heilpraktikerin in Mannheim tätig. Nach einem Medizinstudium und zwei Ausbildungen entwickelte sie vor 18 Jahren das Basenfasten und hat seitdem als Autorin diverse Bücher darüber veröffentlicht. Im Jahr 2014 gründete sie sogar ein professionelles Basenfasten Franchise-System für Hotels welches inzwischen bei vielen Hotels zur Anwendung kommt.

Der wesentliche Unterschied zu anderen Fastenkuren besteht darin, dass man beim Basenfasten zwar auf bestimmte Lebensmittel verzichtet dabei aber sich trotzdem satt essen darf: Abnehmen ohne Hungern und abnehmen mit Genuss – das zeichnet diese besondere Fastenkur aus.

So funktioniert Basenfasten

Durch den Verzehr von tierischen Lebensmitteln, Weißmehlprodukten, Fast Food, Zucker und Alkohol werden im Körper Säuren gebildet was schnell zu einem Ungleichgewicht führt. Ein unausgeglichener Säure-Basen-Haushalt durch ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung und Überbelastung verlangsamt den Stoffwechsel, stört das Wohlbefinden und macht dick. Daher wird beim Basenfasten die Ernährung auf basenreiche Lebensmittel beispielsweise Obst und Gemüse umgestellt. Das Ziel besteht darin, den Säure-Basen-Haushalt und damit auch den pH-Wert des Körpers zu regulieren.

Laut Sabine Wacker wirkt sich ein Säureüberschuss im Körper nicht nur auf das allgemeine Wohlbefinden aus sondern fördert zudem auch Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Osteoporose. Beschwerden wie Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen und Infektanfälligkeiten seien die Folge von jahrelanger Fehlernährung und chronischer Übersäuerung. Deswegen wird beim Basenfasten auf säurebildende Lebensmittel wie beispielsweise jede Art von Fleisch, Wurst, Fisch, Milchprodukte, Vollkornprodukte und Weißmehlprodukte verzichtet.

Folgende säurebildende Lebensmittel sollten vermieden werden:

Das moderne Basenfasten

Hingegen die ursprünglichen Methode ziemlich streng in Bezug auf die Mahlzeiten war wurden die Regeln beim modernen Basenfasten etwas gelockert. Dass grundsätzlich vormittags Obst, mittags Salat und abends Gemüse verzehrt werden soll hat sich jedoch nicht geändert.Abnehmen mit Basenfasten Die „Wacker-Methode“ zeichnet sich dadurch aus, dass der Organismus effektiv entgiftet und entsäuert wird und man sich während der Entgiftungskur dennoch lecker ernähren und vor allem auch satt essen darf. Säurebildende Lebensmittel sind jedoch in dieser Zeit absolut tabu.

Zwar ist beim Basenfasten abnehmen nicht das Hauptziel, aber trotzdem kann man schon in der ersten Woche bis zu 4 Kilogramm abnehmen. Und das obwohl man sich jeden Tag satt essen darf. Denn durch den Verzicht auf säurebildende Lebensmittel kommt der Stoffwechsel richtig in Schwung und verbrennt daraufhin natürlich auch mehr Kalorien was sich in einem schnell Gewichtsverlust bemerkbar macht.

Die 10 Dos and Don’ts des Basenfastens

Um das Basenfasten erfolgreich durchzuführen gibt es eine ganze Reihe von Regeln die man in jedem Fall beachten sollte, um die positive Wirkung der Entschlackungskur zu optimieren.

1. Nach 14 Uhr kein Obst und rohes Gemüse

Da Obst und rohes Gemüse relativ schwer verdaulich ist sollte es am besten nur vormittags verzehrt werden um die Leber, die ab der Mittagszeit mit der Entgiftung beschäftigt ist, nicht unnötig zu belasten.

2. Letzte Mahlzeit vor 18 Uhr

Um den Darm und die Leber zu entlasten sollte man das Abendessen so früh wie möglich einnehmen.

3. Viel FlüssigkeitViel Trinken beim Basenfasten

Wie bei jeder Fastenkur sollte man möglichst viel trinken, am besten 2-3 Liter pro Tag. Aber natürlich nicht Cola oder ähnliches sondern Mineralwasser ohne Kaloriensäure oder verdünnten Kräutertee.

4. Naturbelassen kochen

Um die Lebensmittel so schonend wie möglich zuzubereiten diese mit möglichst wenig Wasser und Hitze dämpfen oder dünsten. Denn je länger Gemüse gegart wird desto mehr gute Inhaltsstoffe gehen dabei verloren.

5. Kleine Portionen

Zwar darf und sollte man sich beim Basenfasten satt essen, aber das heisst natürlich nicht, dass man sich mit Gemüse vollstopfen muss. Um den Stoffwechsel zu entlasten sollte man nur eine Portion essen und möglichst schon aufhören, bevor man sich richtig satt fühlt. Denn das Sättigungsgefühl setzt erst ein paar Minuten danach ein.

6. Nicht zu viele Lebensmittel kombinieren

Um die Verdauung zu entlasten sollten pro Mahlzeit maximal vier Obst- oder Gemüsesorten miteinander kombiniert werden.

7. Sparsam würzen

Sparsam würzen beim Basenfasten
Sparsam würzen beim Basenfasten

Stark gewürzte Gerichte verwirren die Geschmacksnerven und sorgen dafür, dass das Sättigungsgefühl später einsetzt als es sollte. Deswegen lieber nur geringe Mengen Salz und Pfeffer verwenden und auf Knoblauch am besten vollständig verzichten.

8. Abnehmen mit Genuss

Gemeint ist damit auch, dass man nur die Lebensmittel essen sollte die dem eigenen Geschmack entsprechen. Niemand hat Spass beim Abnehmen, wenn man sich ungeliebte Lebensmittel oder Mahlzeiten „reinzwängen“ muss.

9. Gründlich kauen

Wer langsam isst und seine Mahlzeit bewusst geniesst wird schneller satt. Im Optimalfall sollte man jeden Bissen 30mal kauen, denn auch dadurch wird die Verdauung entlastet.

10. Vorsicht bei Rohkost

Rohkost ist zwar gesund aber auch relativ schwer verdaulich. Menschen mit empfindlichem Darm und Lebensmittelallergien sollten Rohkost also nur mit Bedacht verzehren.

Dauer einer Basenfasten-Kur

Wie lange man die Fastenkur durchführt kann man prinzipiell selber entscheiden. Sabine Wacker empfiehlt etwa zehn Tage, wobei die optimale Dauer vom Einzelfall abhängt. Hingegen Menschen mit Normal- oder Untergewicht die zehn Tage nicht überschreiten sollten, können Menschen mit Übergewicht die Vital-Kur problemlos über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen durchführen.

Für wen ist Basenfasten geeignet?

Grundsätzlich kann jeder Mensch Basenfasten durchführen. Unter bestimmten Umständen ist diese Entschlackungskur jedoch nicht empfehlenswert. So rät Sabine Wacker schwangeren und stillenden Frauen und Menschen mit Essstörungen vom Basenfasten ab. Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes sollte vor der Durchführung einer Fastenkur in jedem Fall der Arzt befragt werden.

Vor der Fastenkur ist nach der Fastenkur?

Nach der Basenfastenkur von 1-2 Wochen besteht natürlich immer das Risiko, in alte Essgewohnheiten zurückzufallen. Da heisst es also konsequent bleiben. Das Basenfasten sollte als Einstieg in eine gesündere Lebensweise gesehen werden. Einige Regeln sollten also in den Alltag übergehen, wie beispielsweise Obst zum Frühstück oder Abends nur noch etwas Leichtes zu essen. Zudem trainiert diese Entgiftungskur das Bewusstsein für säurebildende Lebensmittel, von denen man grundsätzlich nicht zuviel verzehren sollte.

Als Faustregel gilt: 80 Prozent der Nahrung sollten aus basenbildenden Lebensmitteln wie Obst und Gemüse bestehen. Die restlichen 20 Prozent dürfen aus säurebildenden Lebensmitteln wie Fleisch und Weißmehlprodukten bestehen.

Vorteile vom Basenfasten

Die Entschlackungskur bringt mehrere positive Effekte mit sich: Der Stoffwechsel kommt richtig auf Trab, der Körper wird entgiftet und man kann damit richtig schnell abnehmen und sich trotzdem satt essen. Wenn man zwischen säure- und basenbildenden Lebensmitteln unterscheiden kann ist das Basenfasten auch einfach durchzuführen und gut in den Alltag integrierbar.

Nachteile vom Basenfasten

Der größte Nachteil beim Basenfasten ist unserer Ansicht nach die Gefahr eines Jojo-Effektes nach der Fastenwoche. Zwar darf man sich immer satt essen, aber nach einer Woche Basenfasten hat man sich noch nicht daran gewöhnt, auf die Lebensmittel die man zuvor immer gerne gegessen hat größtenteils zu verzichten. Dafür müsste die Entgiftungskur mindestens 21 Tage lang durchgehalten werden, was aufgrund des relativ einseitigen Speiseplanes vielen Menschen schwer fallen dürfte.

Unser Fazit zum Basenfasten

Als kurzfristige Entgiftungskur und um schnell ein paar Pfunde abzuspecken ist das Basenfasten hervorragend geeignet. Die Fastenkur ist einfach durchzuführen und da man sich an basenbildenden Lebensmitteln satt essen darf auch nicht schwer durchzuhalten. Als Einstieg in eine nachhaltige und gesunde Ernährungsweise ist das Basenfasten aber nur bedingt geeignet – das Risiko eines Jojo-Effektes ist hoch. Zudem hängt insbesondere der zukünftige Erfolg der Kur auch davon ab, ob man sich regelmässig bewegt – darauf wird aber beim Basenfasten nicht eingegangen.

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