Foodwatch alarmiert: Schon Kinder essen ungesund

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Lebensmittel Pyramide

Wie ungesund viele Produkte sind, die speziell für Kinder hergestellt werden, hat jetzt wieder Foodwatch festgestellt. 1.514 Lebensmittel für Kinder hat der eingetragene Verein unter die Lupe genommen und zur einfachen Einordnung in mehrere Klassen und in Ampelfarben unterteilt. Die Ampelfarben wurden mithilfe der Ernährungspyramide des aid (aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz, der vom Bundesernährungsministerium gefördert wird) bewertet. Sie zeigen an, in welchen Mengen bestimmte Lebensmittelgruppen von Kindern verzehrt werden sollten.

Die Ampelfarben bedeuten:

  • Grün = reichlich essen: vor allem Obst, Gemüse, Getreideprodukte und Getränke wie ungesüßte Tees und Mineralwasser
  • Gelb = mäßig essen: Milchprodukte, Fleisch und Fisch
  • Rot = sparsam essen: Öle und Fette, Extras wie Süßigkeiten, Gebäck, salzige und fettige Knabbereien wie Chips
  • Gelb-rot = nur ab und zu: Produkte, die zwar Fleisch oder Fisch enthalten (gelb), aber auch viel Fett (rot)
  • Grün-rot = nur ab und zu: Produkte, die zwar Gemüse oder Getreide (grün) enthalten, aber auch viel Fett (rot)
  • Grün-gelb-rot = nur ab und zu: Fertiggerichte, die zwar eine Portion Gemüse oder
  • Getreide (grün) oder Fleisch (gelb) enthalten, jedoch nur ab und zu ein Ersatz für eine ausgewogene, frisch zubereitete Mahlzeit sein können (deshalb auch rot)
  • Grau = neutral: In kleinen Mengen in Ordnung, in großen nicht empfehlenswert (rot)

Wer einmal durch die komplette Liste schaut, wird erschrocken feststellen, wieviele Lebensmittel viel zu viel einfache Kohlenhydrate oder ungesunde Fette enthalten. Eigentlich bedarf es da nicht einmal einer großen Studie, so offensichtlich ist es täglich beim Besuch im Supermarkt: Viele Produkte, sei es für jung oder alt, werden bunt beworben, und enthalten – das sieht man ganz schnell beim Blick aufs Etikett, unglaublich große Mengen an weißem Zucker.

Es wird von allen Herstellern versuchAmpel Lebensmittel von Foodwatcht, den Produkten einen gesunden oder kalorienarmen Touch zu geben. Das kann man auch keinem verübeln. Wenn aber dann auf der Packung der Anschein erweckt wird, das Produkt enthalte viele Früchte und wenig Fett, tatsächlich sind aber nur Fruchtessenzen und künstliche Aromen enthalten und eine Menge an einfachem Weißzucker, dann grenzt das an Verbrauchertäuschung. Die Konsequenz dieser übersüßen Ernährung von Kindesbeinen an: Fettleibigkeit bei Kindern nimmt immer mehr zu.

Wir meinen: wir betreiben zwar einen Diät- und Fitnessratgeber mit vielen Abnehmtipps, der ohne Menschen mit dem Wunsch abzunehmen kaum besucht wäre. Aber wir würden lieber nicht voraussehen,  dass auch weiter langfristig große Teile der Bevölkerung durch ungesunde Ernährung Probleme mit ihrem Gewicht und ihrer Gesundheit bekommen werden, weil schon die junge Generation den Verlockungen bunter Packungen und süßer Speisen nur schwer widerstehen kann. Schade eigentlich.

1 KOMMENTAR

  1. Ist doch meine Rede: Fertigessen ist nichts. Frisch selber kochen ist wirklich nicht so schwer. Man muss nur anständig einkaufen, Obst und Gemüse in Ampelfarben. Und zur Not kann man es ja auch vorkochen und einfrieren, das ist immer noch gesünder als das teure Zeugs aus dem Glas, finde ich. Nur nicht zu lange kochen, denn vom Kochen gehen die Vitamine alle flöten.
    Aber 1500 Speisen und gefühlte 15% nur in Ordnung: das ist schon ganz schön schockierend, was foodwatch da ermittelt hat.

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